Windows Server 2008 R2 Bootpartition darf nur 2TB gross sein

DatenträgerverwaltungHeute hatte ich beim Einrichten eines Servers bei einem Kunden ein nettes Phänomen. Es handelt sich um den Server den Jan Kappen in seinem Post mit dem Titel “Ein guter Server zum Virtualisieren” auf unserem Hyper-V-Server Blog vorgestellt hat. Nun soll dieser Server nicht als Hyper-V Server, sondern als Dateiserver seine Dienste verrichten. Ich habe also ein RAID 10 aus 16 mal 300 GB Platten eingerichtet und eine logische Festplatte von ca. 2,2 TB Größe erhalten. Wenn man nun auf diese Platte das Windows 2008 R2 Betriebssystem installiert dann wird die Platte in eine 2 TB und eine 186 GB Partition aufgeteilt. Das allein ist ja schon etwas hinderlich. Aber als ich dann versuchte diese

Partition zu formatieren war ich doch sehr überrascht: Es geht einfach nicht (siehe Screenshot). Grund ist die Art des Partitionsschemas. Es wird zum Booten eine Platte mit dem MBR-Partitionsschema benötigt und die darf nun mal nicht größer als 2TB sein. Das neuere Partitionsschema GPT unterstützt größere Platten von diesen kann Windows 2008 R2 aber nicht booten (nur der Windows 2008 R2 Server Itanium Edition kann das). Ich habe mich dann gefragt warum ich nicht schon vorher mal auf dieses Problem gestoßen bin? Das ist einfach: Bei uns ist es “Best Practice” das Betriebssystem auf ein separates RAID 1 aus zwei Platten zu legen und den Datenbereich auf separate Platten, die dann mit einer GPT-Partition beliebig groß werden können.

Wie sah jetzt die Lösung in diesem speziellen Szenario aus? Wir wollten ja nicht 2 der 300 GB Festplatten für das Betriebssystem verlieren und unsere RAID 10 “nur noch” mit 14 Platten aufbauen. Lösung war in diesem Fall ein Feature das der HP SmartArray RAID Kontroller anbietet: logische Laufwerke. Normalerweise konfiguriert man das logische Laufwerk genauso groß wie das physikalische Array. Es ist aber auch möglich, allerdings nur in der erweiterten RAID Konfiguration wenn man von DVD bootet, mehrere logische Laufwerke auf einem physikalischen Array anzulegen. Das habe ich in diesem Fall gemacht. Ein logisches Laufwerk mit 80 GB fürs Betriebssystem mit MBR- und ein logisches Laufwerk mit ca. 2,15 TB für die Daten mit GPT-Partitionsschema.

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Carsten Rachfahl

Dipl. Ing. Carsten Rachfahl ist seit mehr als 25 Jahren in der IT-Branche tätig. Er ist einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG und für den technischen Bereich verantwortlich.

4 Kommentare:

  1. Hallo,

    Ist es nicht so, dass auch ein Nicht-Itanium Windows 2008 R2 auf einer GPT-Partition installiert werden kann, solange es im EFI-Modus installiert wird (Voraussetzung ist natürlich ein vorhandenes EFI)?

    Eventuell ist vorher noch dieser Hotfix notwendig:

    http://support.microsoft.com/kb/975535/de

    Gruß
    Ben

  2. Hallo Ben,

    ja das habe ich auch gelesen das ein System welches anstatt einem “normalen” BIOS EFI unterstützt aus einem GPT Partitionsschema booten kan. Mir sind nur keine solchen Systeme bekannt, von den Apple Systemen mal abgesehen. Ich werde bei Gelegenheit mal versuchen in meinem MacBook Pro auf eine Platte mit GPT-Schema Windows Server 2008 R2 zu installieren. Mal sehen ob das klappt.

    Gruß Carsten

  3. Hallo,

    gibt es schon Erkenntnisse, wie das in Server 2012 funktioniert? Sprich gibts da immer noch die 2TB-Grenze für Bootlaufwerke?

    Danke vorab.

    Gruß Marco

  4. Daran hat sich nichts geändert, die Technik ist ja die gleiche. Ich habe vor zwei Wochen einen aktuellen Gen8-Server mit 8x 600 GB mit genau dieser Technik eingerichtet, um keinen Speicherplatz zu verlieren…

    Gruß, Jan

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