Test einer LG N2A2 NAS

Wie bereits angekündigt folgt nun hier der Test der NAS N2A2 von LG. Wir hatten nun acht Wochen Zeit das Gerät ausgiebig zu testen, sowohl ich als auch mein Kollege Nils Kappen haben das Gerät in mehreren Szenarien getestet. Neben der Messung von der reinen Kopiergeschwindigkeit haben wir das Gerät auch über mehrere Stunden mit einem Kopiervorgang beschäftigt sowie die DLNA-Funktion getestet.

 

Die Grundinstallation und -einrichtung

Nachdem die NAS bei uns angekommen ist, habe ich das Gerät aufgebaut, gestartet und in unser Netzwerk gehangen. Im Lieferumfang des Gerätes ist unter anderem eine CD enthalten, die die benötigte Software zur Installation und Einrichtung der NAS enthält.

image

Nach der Installation des “LG NAS Installation Wizard” prüft die Software, ob ein Update vorhanden ist. Da dies in meinem Fall der Fall war, habe ich zunächst das Update eingespielt.

image

Nach der erfolgreichen Installation der Software beginnt der Einrichtungs-Wizard

image

image

image

image

image

image

Nach der Einrichtung kann die Software “NAS Monitor” installiert werden, diese sucht nach allen verfügbaren Geräten im Netzwerk. Da wir eine feste IP verwendet haben, benötige ich die Software nicht.

image

Um zur Konfiguration des Systems zu gelangen, gibt man in einem Browser die IP des Systems ein, man gelangt dann auf die Anmelde-Seite des Gerätes. Auf dieser Seite gibt man die Daten an, die man während der Einrichtung konfiguriert hat

image

Nach der Anmeldung kann man sich die aktuelle Speicher-Konfiguration des Gerätes anschauen, hier kann man erkennen dass das Gerät bei der Grundinstallation ein RAID1 einrichtet. Weiterhin erkennt man, dass die verbauten Festplatten von Hitachi sind.

image

Nachdem ich mir einen kleinen Überblick über das Gerät verschafft habe, bin ich recht schnell in den Einstellungen auf die Option der Aktualisierung gestoßen. Eine Überprüfung auf eine neue Firmware-Version war erfolgreich, eine aktuellere Version lag vor. Diese habe ich direkt eingespielt.

image

image

Der Update-Vorgang hat einige Minuten benötigt, danach startete das Gerät neu und stand wieder zur Verfügung. Standardmäßig gibt es drei Freigaben auf dem System, diese sind über das Web-Menü erweiterbar

image

image

Die Geschwindigkeit

Natürlich haben wir auch die Geschwindigkeit der NAS getestet, dies ist eine der Hauptgründe für oder gegen ein Gerät. Ein Test mit CrystalDiskMark zeigt die folgenden Werte:

SNAGHTML16b1bb1b

Beim reinen Kopieren von Daten unter Windows erreicht man laut Anzeige die folgenden Werte, die sich ziemlich mit den Werten von CrystalDiskMark ähneln:

Lesen:

SNAGHTML16b46c50

Schreiben:

SNAGHTML16b397c3

Die Nutzung als DLNA-Server

Da ich zuhause eine WD TV Live habe, habe ich das Gerät auch im Zusammenspiel mit meiner TV Live getestet. Die Anbindung war sehr einfach, das Gerät hat sich per DHCP eine Adresse in meinem Heimnetzwerk gesucht und wurde sofort als Medienserver erkannt. Ich habe mir als Testvideos verschiedene Größen der MP4-Datei von “Big Buck Bunny” heruntergeladen und abgespielt, selbst FullHD hat problemlos und ruckelfrei funktioniert.

Probleme mit dem Gerät?

Ich habe mich im Vorfeld ein bisschen über das Gerät informiert, bei einigen Shops gab es einige schlechte Bewertungen und die Begründung, dass das Gerät Aussetzer hat und teilweise bei einem Kopiervorgang abstürzt. Einige Kommentare deuten darauf hin, dass diese Probleme mit später erschienenen Firmware-Updates behoben wurden. Da ich das Gerät sofort nach der Ersteinrichtung mit der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Firmware ausgestattet habe, sind bei mit diese Fehler nicht aufgetreten. Ich habe das Gerät eine Nacht dauerhaft mit immer der gleichen Kopie einer Backup-Datei “beschossen”, der Kopiervorgang wurde nach einigen Stunden erfolgreich beendet. Seit das Gerät bei uns ist, hat es (in der Zeit, in der ich es getestet habe) keine Abstürze oder Probleme bereitet.

Nils Kappen:

Die LG NAS bietet eine Vielzahl von Funktionen an, unter anderem einen vollwertigen Medienserver. Für mich ist DLNA ein wichtiger Faktor geworden, deshalb habe ich diese Funktion direkt getestet.

Nachdem die DLNA Funktion über das Menü eingeschaltet wurde erstellt die NAS automaisch drei Ordner (Music – Photos – Videos) für verschiedene Formate bereit.

bass2

Die NAS kann neben den üblichen Formaten wie .avi, DivX etc. auch .mkv Dateien über das Netzwerk streamen. Des Weiteren ist es möglich z.B. eine USB oder IP Kamera an die NAS anzuschließen, somit ist es theoretisch möglich, eine Heimüberwachung von überall auf der Welt durchzuführen. Die Einrichtung der Überwachung ist simpel und auch für Anfänger leicht durchzuführen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit die NAS als Printserver zu verwenden, ein Test dieser Funktion lag nicht in meinem Fokus da ich über einen Netzwerkdrucker verfüge. Dennoch könnte eine solche Funktion für einige Heimanwender interessant sein.

Fazit

Das Gerät ist für den Privatgebrauch als kleine NAS zu Sicherungszwecken oder als DLNA-Server gut geeignet und bringt akzeptable Transferraten. Mit knapp 30 MB/s liegen wir hier bei der Geschwindigkeit von USB2.0, was wohl (noch) als Standard anzusehen ist. Preislich liegt das Gerät bei ca. 200€, scheint aktuell allerdings nicht gut verfügbar zu sein. Man bekommt für diesen Preis ein Gerät mit zwei 1TB großen Festplatten, dies ist in meinen Augen in Ordnung. Persönlich finde ich die Oberfläche von den Synology-Geräten besser, wobei dies wahrscheinlich eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Ich habe einige der Funktionen, die das Gerät bietet nicht getestet, da ich keinerlei Verwendung dafür habe, z.B. die Anbindung oder das Zusammenspiel von Apple-Geräten, ich habe halt keine. Weiterhin gibt es einige Funktionen, die für mich persönlich kein Pro- oder Kontra-Kaufgrund wäre, deswegen habe ich eher den Fokus auf die Geschwindigkeit und die Einrichtung des Systems gelegt. Hierbei missfällt mir die Tatsache, dass ich erst Management-Software auf meinem System installieren muss, um das Gerät einzurichten. Ein portables Programm bzw. ein Assistent, der sich direkt starten lässt, wäre hier sehr nett. Wirkliche Schwächen hat das Gerät nicht gezeigt, natürlich muss man sich bewusst machen, dass man hier ein Gerät vor sich hat, welches ich persönlich in der Einsteiger-Klasse anordnen würde. Sobald es um reine Performance geht ist dieses Gerät raus, allerdings auch viele andere Einsteiger-Modelle anderer Hersteller. Was mir persönlich am meisten gefehlt hat war die Möglichkeit, den Speicherplatz per iSCSI anzubinden. Diese Möglichkeit nutze ich häufig bei den Synology-Geräten, ein direkt angebundenes Laufwerk ist dann doch manchmal gegenüber einem Netzlaufwerk im Vorteil, z.B. wenn es um das Dateisystem geht.

Ich hoffe ich konnte einen kurzen Überblick über das Gerät bieten und ein paar mögliche Fragen beantworten, falls noch welche auftreten einen kurzen Kommentar da lassen, falls ich sie beantworten kann antworte ich gerne…

Teilen:

Jan Kappen

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitet seitdem bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Im April 2015 wurde Jan Kappen im Bereich "File System Storage" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

2 Kommentare:

  1. Danke für den informativen Test. Da ich auch ehrenamtlich kleine Netze betreue, die nie Geld haben, fällt mir eine Frage ein:

    Kann ich das NAS sauber in ein AD integrieren?

    Ich weiß, dass die Zielgruppe des NAS eigentlich eine andere ist, aber trotzdem danke für die Rückantwort.

    Freundliche Grüße,
    Richard

  2. Danke für den ausführlichen Bericht, bin auf diesen Beitrag gestossen, als ich ein Programm gesucht habe, um die Geschwindigkeit zu messen.
    Danke für den Hinweis mit CrystalDiskMark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.