Eine Synology DS1511+ mit DSM 3.2 im Ausfall-Szenario

Ich habe aktuell hier eine Synology DS1511+ stehen, die ein Problem mit dem Booten hat und diverse Behandlungen hinter sich hat. Um anderen Leuten vielleicht auch helfen zu können oder gewisse Fragen zu beantworten (die ich hatte und die mir im Prinzip niemand “mal eben” per Google-Suche beantworten konnte), hier eine kleine Auflistung der Möglichkeiten und Problemlösungen.

Mein Problem war, dass das Betriebssystem nicht mehr startete. Das Gerät startet, die Power-LED blinkt ununterbrochen blau und die LAN-LED ist ebenfalls aktiv, wenn ein Netzwerkkabel gesteckt ist. Ein Ping auf die eingestellte Adresse funktioniert, mehr allerdings nicht. Die Festplatten zeigen keinerlei Reaktion und man sieht/hört auch nichts. So weit der Stand. Ich habe mich erst hilfesuchend an das deutsche Synology-Forum gewandt, dort aber keine Antwort erhalten (was ja auch nicht zwingend der Fall sein muss). Mein nächster Kontakt war der Synology-Support. Der Kontakt lief per Mail und hat dadurch ein bisschen Zeit in Anspruch genommen, allerdings hat er letztendlich zum Erfolg geführt. Da während dieser Zeit einige Fragen aufgetaucht sind möchte ich diese hier einfach mal zusammenfassen.

Das Gerät hier hat mit einer DX510 eine Erweiterung verbaut, die per eSATA angeschlossen wird. Die Erweiterung hält ein eigenes Volume und ist nicht in einem Verbund mit den Festplatten in der Diskstation.

DX510 während des Betriebs einstecken

Es ist problemlos möglich, eine DX510 während des Betriebs einzustecken. Nach das eSATA-Kabel angeschlossen wurde, werden die Platten initialisiert, es wird versucht zu lesen wie die Festplatten eingerichtet sind (falls sie eingerichtet sind) und dann werden die Festplatten bzw. das Volume angezeigt.

Wechseln der Festplatten zwischen DS1511 und DX510

Es ist möglich, die Festplatten aus der Diskstation zu entfernen und in die DX510 zu stecken. Wichtig: Die Reihenfolge muss eingehalten werden! Falls das Volume funktional ist und die Festplatten komplett und in der richtigen Reihenfolge in der DX510 stecken sollten sie erkannt werden und benutzbar sein.

 

Eine DX510 an eine andere Diskstation anschließen

Dies ist ebenfalls möglich, wenn die Festplatten der DX510 ein oder mehrere eigene Volumes bereitstellen und somit die Festplatten komplett sind. Die Konfiguration ist auf den Festplatten gespeichert, die DX510 an sich scheint keine Konfiguration zu speichern.

 

Nutzung des Reset-Knopfes

Der Reset-Knopf hinten am Gerät kann nur genutzt werden, wenn das System hochgefahren ist. In dem Zustand, in dem sich das Gerät hier befand, funktionierte der Knopf nicht wie gewünscht bzw. gar nicht.

Test auf Funktionalität des Gehäuses

Wenn alle Festplatten aus der DS1511 entfernt werden und das Gerät gestartet wird, muss innerhalb von knapp einer Minute das System piepen und “Status” muss grün leuchten. Wenn dies der Fall ist, scheint das Mainboard in Ordnung zu sein und das Problem liegt an den Festplatten.

Umstecken der Festplatten in die DX510 und Boot der DS1511

Ich habe auf einer kleinen 80GB-Festplatten in der DS1511 ein neues DSM aufgespielt und das Gerät kurz eingerichtet. Nach der Einrichtung habe ich das Gerät heruntergefahren, die DX510 angeschlossen und gestartet. In diesem Fall reagiert die DS1511 genau so, als wenn die Festplatten der DX510 in der DS1511 stecken(=LAN blinkt, Power blinkt und es passiert nichts weiter). Somit kommen wir wieder zum Thema “DX510 während des Betriebs einstecken” weiter oben. Da in meinem Fall das Volume scheinbar defekt war wurden aber nur fünf Festplatten angezeigt, die man initialisieren konnte.

 

Die Lösung in meinem Fall war der Tipp des Supports, die DS1511 nur mit Festplatte 1 zu starten. In diesem Fall sollte das DSM-Betriebssystem starten und das Volume als “crashed” anzeigen. Der Support hat mich dann gebeten, auf dem System SSH zu aktivieren und sowohl SSH als auch den Management-Port freizugeben, so das der Support Zugriff auf das Gerät bekommt. Nachdem ein Techniker sich das Problem angeschaut hat habe ich ein Mail bekommen mit der Bitte, ebenfalls Festplatte 2, 3 und 4 (5 nicht, warum weiß ich nicht) wieder hineinzustecken ohne das Gerät auszuschalten. In einer weiteren Mail wurde mir dann mitgeteilt, dass das Volume wieder auf aktiv gesetzt wurde und ich mal schauen soll, ob ich Zugriff auf der Gerät erhalte und falls ja ich so schnell wie möglich ein Backup erstellen soll. Der Zugriff hat funktioniert, ein Zugriff auf die Daten war (trotz einiger Warnmeldungen im Admin-Portal) wieder möglich und das Backup konnte erstellt werden.

Ich denke dieser Artikel ist recht spezifisch, aber vielleicht findet sich ja mal jemand, dem genau diese Informationen hilfreich oder nützlich sind. Für alle die als Kommentar jetzt gerne schreiben möchten, das man mindestens zwei oder drei Backups von wichtigen Daten hat: Die Daten sind größtenteils Backup2Disk-Dateien zusammen mit Daten, die zwar nicht geschäftskritisch sind, aber die der Kunde dann doch (wenn möglich) gerne wiederhaben wollte :)

Teilen:

Jan Kappen

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitet seitdem bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Im April 2015 wurde Jan Kappen im Bereich "File System Storage" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.