Review: Synology Diskstation DS411j

synology_nas_weißIch habe diese Woche eine Synology Diskstation DS411j in die Finger bekommen und hatte Gelegenheit, das Gerät sowohl einzurichten als auch ein wenig zu testen in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit.

Das Gerät macht einen guten Eindruck, ist solide verbaut und sieht ziemlich schick aus in seinem silber-weißem Look.

 

 

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Die Festplatten lassen sich von hinten einbauen, dazu kann man hinten eine Klappe öffnen und die Festplatten in einen Rahmen einbauen, zusätzlich kann das komplette Gehäuse entfernt werden um die Rahmen ebenfalls am Gehäuse festzuschrauben, dies verhindert eine Vibration der Rahmen durch minimales Spiel zwischen Rahmen und Gehäuse.

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Das Gerät hat wie man erkennen kann zwei Lüfter, an Anschlüssen sind ein GBit-Netzwerkanschluss, zwei USB2.0 sowie ein Stromanschluss vorhanden. In meinem Fall wurden vier 2TB WD-Festplatten verbaut, und zwar die WD20EARS.

Nach dem Einbau der Festplatten und dem Anschluss des Gerätes an Strom und Netzwerk startet das Gerät, nun muss allerdings mit dem “Synology Assistant” noch das Betriebssystem installiert werden. Auf der beiliegenden CD ist sowohl der Assistent als auch die Software enthalten. Der erste Start der Software enttäuscht allerdings:

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Nach einem erneuten Start funktioniert dann doch alles, der Server wird gefunden und ein Assistent fragt diverse Dinge ab, unter anderem das Admin-Kennwort und die Netzwerk-Daten. Nachdem der Wizard alle Informationen hat, startet die Einrichtung:

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Nach einem Neustart des Gerätes geht es weiter per Webbrowser, der “Synology Assistant” ist nur für die initiale Einrichtung zuständig.

Nach dem Aufruf der Management-Seite und Eingabe der Admin-Daten empfing mich der folgende Assistent:

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In meinem Fall habe ich ein RAID5 erstellt, um trotz Datensicherheit den größtmöglichen Speicherplatz nutzen zu können. Nach dem erstellen des Volumes kann man wählen, ob man das Volume mit mehreren Benutzern als Netzlaufwerk nutzen möchte, oder ob das Laufwerk per iSCSI bereitgestellt werden soll. Das hier vorgestellte Gerät soll per iSCSI angeschlossen werden, da nur ein Server drauf zugreift und ein per iSCSI angebundenes Volume leichter verwalt- und nutzbar ist.

Bei der Erstellung einer LUN kann man wählen, ob man direkt block-basiert auf die Festplatten zugreifen möchte, oder ob man mehrere LUNs einrichten möchte. In diesem Fall würden dann mehrere Dateien/Container erzeugt, die dann einzeln zugeordnet werden können. Ich habe die LUN blockbasiert erstellt, d.h. es stehen dem Server die vollen 5.44 TB zur Verfügung.

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Die Oberfläche des DSM 3.0 ist sehr interaktiv, fast wie ein kleiner Desktop. Man kann mehrere Fenster öffnen, diese auf der “Arbeitsfläche” verschieben, Fenster in den Hintergrund stellen und andere vorziehen. Man kann ziemlich viel mit dem Gerät veranstalten, unter anderem:

  • Einsatz als Streaming-Server (dlna-Unterstützung)
  • Einsatz als Print Server
  • Einsatz als Mail Server
  • Einsatz als Download Server
  • Einsatz als Internet Router
  • usw, alle Informationen dazu findet man im Datenblatt auf der Herstellerseite

Laut Beschreibung kann das Gerät eine Windows-Domänen-Mitgliedschaft, das habe ich allerdings noch nicht getestet. Man kann einstellen, nach welcher Zeit die Festplatten einschlafen sollen, um Strom zu sparen, hierbei wird sogar unterschieden zwischen internen und externen Festplatten. Im Management-Interface kann man die aktuelle Performance-Auslastung sehen sowie die Arbeitsspeicher- und Netzwerkauslastung.

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Die erstelle iSCSI-LUN kann entweder per CHAP geschützt werden, oder man definiert die Initiatoren, die eine Verbindung herstellen dürfen. Hierbei können auch unterschiedliche Rechte vergeben werden, man kann unbekannte Initiatoren komplett sperren und den bekannten entweder Lese- oder Schreib-/Lese-Zugriff geben. Die Anbindung an einen Windows Server 2008 R2 erfolgte problemlos, das Portal wurde sofort erkannt und konnte verbunden werden. Nach der Initialisierung in der Datenträgerverwaltung konnte das Laufwerk genutzt werden. Was mir ebenfalls aufgefallen ist: Man kann konfigurieren, das eine LUN nur von einem Initiator gleichzeitig genutzt werden kann. Somit kann man verhindern, das zwei Benutzer/Server sich gegenseitig die Dateien zerstören. Falls man ein Dateisystem hat, das den gleichzeitigen Zugriff erlaubt, kann dies auch auf dem System genutzt werden, als Beispiel war VMWare angegeben.

Die Geschwindigkeit, mit der man auf das System kopieren kann, beträgt ca. 40 MB/Sek, also ca. 320 MBit/Sek. Ein Kopieren von dem Gerät (sprich: lesender Zugriff) kommt auf eine Geschwindigkeit von etwa dem doppelten, 80 MB/Sek, also etwa 640 MBit/Sek. Welche Werte das Gerät mit schnelleren Festplatten erreicht weiß ich nicht, die Werte des Herstellers gehen allerdings von in etwa den gleichen Werten aus (Synology.com – 4-5 bay NAS Server – Performance).

Fazit: Ich konnte einige Dinge der NAS nicht testen, z.B. das Streaming oder die Nutzung als Print Server, allerdings überzeugen die von mir getesteten und genutzten Funktionen voll und ganz. Das Gerät ist leicht einzurichten, wird mit einer (in meinen Augen) hervorragend nutzbaren Management-Konsole verwaltet und überzeugt bei der Geschwindigkeit. Wer noch mehr Datendurchsatz benötigte ist wahrscheinlich mit der DS411+ oder der DS1511+ gut beraten, wobei hier der Preis schon deutlich höher ist. Falls noch mehr Performance benötigt wird sollte man nicht im SOHO-Bereich schauen, sondern sich Enterprise-Lösungen anschauen. Für Zuhause, kleine Büros mit relativ wenig Datentransfer oder als Backup2Disk-Lösung sehr zu empfehlen, da trotz guter Schreib-Lese-Werte recht günstig.

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Jan Kappen

Jan Kappen ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Richtung Systemintegration. Er hat seine Ausbildung im Sommer 2008 abgeschlossen und arbeitet seitdem bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG. Jan Kappen ist unter anderen MCITP Server Administrator, Enterprise Administrator und Enterprise Messaging Administrator 2010 sowie MCTS für System Center Virtual Machine Manager 2008, Windows Server 2008 Active Directory, Windows Server Virtualization und Windows Server 2008 Network Infrastructure. Im April 2015 wurde Jan Kappen im Bereich "File System Storage" für seine Expertise und seine Community-Arbeit mit dem MVP Award von Microsoft ausgezeichnet.

2 Kommentare:

  1. Hallo Jan,

    Danke für den Test.
    Ich bin gerade am überlegen ob ich mir die Kleine DS411j zuhause als Storage für einen VMware Host hinstelle, möchte mir eine VMware testumgebung zuhuase installieren um zu experementieren. Meinst Du das funktioniert so ? Ich möchte das ganze recht günstig realisieren. Server hab ich schon benötige jetzt nur noch ein Storage…

    Danke und Grüße
    Micha

  2. Hallo Micha,
    ich denke der Betrieb mit VMWare wird funktionieren, allerdings habe ich keine Ahnung wie es mit der Performance aussieht. Die Geräte in dem Segment sind vermutlich nicht performant genug um mehrere Server zu halten. Ich habe aktuell eine DS211j hier stehen, mit der könnte ich evtl. mal testen wie der Betrieb eines oder mehrerer virtueller Server funktioniert. Ich weiß nicht ob ich zeitnah dazu komme, falls ja erscheint hier ein kleiner Artikel dazu.
    Bzgl. der Festplatten würde ich schauen das ich z.B. Western Digital Enterprise-SATA-Festplatten verbaue, da diese für den 24×7-Betrieb supported sind. Weiterhin sind die Stromspar-Funktionen anzupassen…

    Gruß, Jan

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